Gibt es einen Zusammenhang zwischen Asthma und Karies?

Asthma KariesIn Deutschland leiden rund fünf Prozent der Erwachsenen und knapp zehn Prozent der Kinder an Asthma bronchiale. Diese chronische Atemwegsentzündung kann bei einem akuten Asthmaanfall zu einer Verengung der Atemwege und damit verbundener Atemnot führen. Die genaue Ursache ist noch unbekannt, aber inzwischen gibt es sehr gut wirkende Medikamente, die den Betroffenen ein normales Leben ermöglichen. In diesem Beitrag beleuchten wir, ob und wie sich Asthma auf die Zahngesundheit auswirken kann.

Es gibt inzwischen einige Studien zum Thema Asthma und dessen Auswirkungen auf die Zahngesundheit. Wobei nicht die eigentliche Krankheit ursächlich gemeint ist, sondern vielmehr die eingesetzten Medikamente unter Verdacht stehen. Daher beschäftigen sich die meisten Studien mit der Frage: Haben Asthmaerkrankte ein höheres Risiko, Karies zu entwickeln?

Was sind die Fakten?

Die aktuelle Studienlage lässt sich nicht mit wenigen Worten zusammenzufassen. Die Ergebnisse sind teilweise widersprüchlich. Aber es lässt sich sagen, dass bestimmte Antiasthmatika die Speichelzusammensetzung beeinflussen, die Speichelfließrate reduzieren und Mundtrockenheit verursachen.

Durch eine reduzierte Speichelproduktion ist allerdings die „Spülfunktion“ nicht mehr ausreichend gegeben und es können sich schnell Mikroorganismen bilden, die Karies fördern. Außerdem wirkt Speichel normalerweise wie ein Puffer, der zum Beispiel säurehaltige Nahrung neutralisiert. Im Speichel sind zudem Mineralien enthalten, die den Zahnschmelz stärken und damit die Zahnsubstanz schützen.

Bronchienerweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren) bewirken unter Umständen, dass sich nicht nur die Bronchien entspannen, sondern sie auch den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre unbeabsichtigt schwächen. Die Folge sind Reflux-Symptome, mit denen Magensäure in die Mundhöhle gelangt und die auf Dauer den Zahnschmelz schädigen.

Was kann ich tun, um meine Zähne zu schützen?

Auch wenn wissenschaftlich bisher nicht kausal bewiesen ist, dass Asthmamedikamente die Zahnsubstanz beeinträchtigen, sollten Sie Ihre Zähne vor eventuellen Nebenwirkungen schützen. Wir haben Ihnen fünf praktische Punkte zusammengefasst, was Sie tun können.

1.      Nach Inhalieren den Mund spülen

Sobald Sie nach einem Asthmaanfall Ihr Medikament inhaliert haben, spülen Sie unmittelbar danach den Mund mit Wasser aus. Auf diese Weise fördern Sie das mikroökologische Gleichgewicht in Ihrer Mundhöhle.

2.      Mundhygiene

Regelmäßige Mundhygiene ist – nicht nur bei an Asthma erkrankten Personen – die wichtigste Prävention überhaupt. Putzen Sie mindestens zweimal am Tag nach dem Essen die Zähne. Besonders wichtig für Asthmatiker: Verwenden Sie fluoridhaltige Zahnpasta und stärken Sie so den Zahnschmelz. Reinigen Sie am Schluss mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen die Zahnzwischenräume.

3.      Regelmäßige zahnärztliche Prophylaxe

Gehen Sie mindestens einmal im Jahr zur zahnärztlichen Prophylaxe zum Zahnarzt und lassen Sie Ihre Zähne gründlich auf beginnende Karies und andere Zahnerkrankungen untersuchen. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Untersuchung.

4.      Professionelle Zahnreinigung

Bei einer professionellen Zahnreinigung (PZR) reinigt eine Zahnarzthelferin oder der Zahnarzt die Zähne gründlich mit verschiedenen Instrumenten. So werden zum Beispiel Beläge und Zahnstein entfernt. Vor allem für Asthmabetroffene ist das Auftragen eines Fluoridlacks wichtig. Er bildet einen Schutzfilm um den Zahn.

5.      Zahnbewusste Ernährung

Wenig Zucker, viel Gemüse und Obst – diese Regeln sind allgemein bekannt. Aber achten Sie auch auf die Getränke. Säurehaltige Limonaden und stark gesüßte Tees sind ebenfalls schlecht für Ihre Zähne. Trinken Sie viel Wasser, um der durch medikamentenbedingten Mundtrockenheit entgegenzuwirken. Noch ein Tipp: Zuckerfreier Kaugummi regt den Speichelflusses an.

Haben Sie Fragen rum das Thema Asthma und Karies? Das Team der Zahnarztpraxis Dr. Mitterwald in Augsburg ist gerne für Sie da. Wir beraten Sie gründliche und nehmen uns Zeit, Ihre Fragen zu beantworten. Machen Sie noch heute einen Termin aus.

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