Zahnärzte in der Steinzeit – so behandelten sie Karies

Zahnärzte in der Steinzeit

Mit diesem Wissen haben Sie auf Partys etwas zu erzählen: Ausgrabungsfunde enthüllen, dass bereits in der Steinzeit erste Zahnärzte am Werk waren. Sie bohrten, verwendeten Füllungen und zogen Zähne.

Kariesfaktoren in der Steinzeit

Warum litten bereits Steinzeit-Menschen an Karies? Heute weiß jedes Kind, dass Essgewohnheiten und schlechte Mundhygiene Karies verursachen. Zwar gab es in der Steinzeit keine Schokolade und Limonade, aber unsere Vorfahren hatten ebenfalls eine Schwäche für Süßes.

Früchte wie Beeren enthalten Zucker, den die kariogenen Bakterien zum Wachstum brauchen. Sobald unsere Vorfahren dann noch ihren Speisezettel um Getreide erweiterten, war der Vormarsch von Karies nicht mehr aufzuhalten. War Obst nur saisonal verfügbar, konnten sich die Bakterien jetzt auf regelmäßigen Zuckernachschub in Form von Kohlehydraten freuen. Beim Zubereiten beziehungsweise Essen des Getreides wird es in Zucker zerlegt und die Bakterien bilden daraus als Abbauprodukt Milchsäure, die den Zahnschmelz angreift und schließlich Löcher verursacht.

Erste Zahnpflege

Unsere Vorfahren verfügten noch nicht über die nötigen Utensilien, um ihre Zähne effektiv zu schützen. Zahnbürsten, Zahnseide, Interdentalbürsten oder Zahnpasta sind Errungenschaften der jüngeren Zeit. Die erste Zahnbürste aus Kunststoff stammt aus dem Jahr 1938. Erste Ansätze gab es trotzdem schon in der Steinzeit.

Bekannt sind aus der Zeit von 3000 vor Christus sogenannte Kaustöckchen. Diese kleinen Ästchen mit zerfaserten Spitzen nutzten die Menschen zum Beispiel im Gebiet des heutigen Ägyptens zur Zahnsäuberung. Noch weit vor dieser Zeit gab es die ersten Zahnstocher. Die Neandertaler und auch der Homo Erectus fertigten sie aus Holz oder Knochen, um die Zwischenräume zwischen den Zähnen zu reinigen. Das war vor mehr als 250.000 Jahren.

Steinzeit-Methoden der Zahnärzte

Im nördlichen Italien bei Florenz machten Forscher einen spannenden Fund. Sie untersuchten dort aufgefundene Zähne genauer und entdeckten eine Füllung in einem der Zähne. Die Überraschung war perfekt als sie das Alter bestimmten. Ein Steinzeit-Zahnarzt versorgte das Loch vor rund 13.000 Jahren mit der Füllung.

Wahrscheinlich hat er als Bohrer ein hauchdünnes, scharfes Knochen- oder Steinstück verwendet, um die von Karies befallene Zahnsubstanz abzutragen. Anschließend hat er mit einer Mischung aus Bitumen und anderen Materialien das Loch abgedichtet. Die Forscher vermuten, dass das Bitumen als Antiseptikum diente.

Die Kau- und Abnutzungsspuren zeigen, dass der Zahn nach der Behandlung normal benutzt wurde. Das heißt der Steinzeit-Mensch wurde zu Lebzeiten von seinen Zahnbeschwerden äußerst effektiv befreit.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind heutzutage zum Glück wesentlich ausgefeilter und vor allem schmerzfrei. Nutzen Sie das neue Jahr zur Vorsorge und erledigen Sie die anstehende jährliche zahnärztliche Prophylaxe. Machen Sie gleich einen Termin aus – das Team der Zahnarztpraxis Dr. Mitterwald in Augsburg ist gerne für Sie da.