Zähneknirschen und Zähnepressen: eine Beißschiene hilft

Zähneknirschen, Zähnepressen, Beißschiene, BruxismusDas Phänomen der (überwiegend nächtlichen) Beiß- und Kauaktivitäten ist ein weit verbreitetes. Insbesondere Frauen mittleren Alters leiden häufig an einer mehr oder weniger ausgeprägten Form von Bruxismus (= Zähnekirschen oder Pressen), um auf diese Weise Stressbelastungen auszugleichen. Da die Kiefermuskulatur innerhalb des menschlichen Körper zu den leistungsfähigsten Muskelapparaten gehört, kann durch ihre Überbelastung einiger Schaden angerichtet werden. Nicht nur die Zähne selbst, sondern der ganze Körper kann unter den Auswirkungen von pathologischen Kaubemühungen leiden. Deshalb möchten wir Ihnen an dieser Stelle aufzeigen, mit welchen einfachen Mitteln Sie Schmerzen und Verspannungen vorbeugen und Ihre Zähne gleichzeitig entlasten können.

Wenn Sie morgens gerädert oder verspannt erwachen, und die Nacht nur selten einen größeren Erholungswert hat, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Sie an Bruxismus leiden. Auch andauernde Gesichts-, Nacken- oder Rückenschmerzen, sowie Schwindelgefühle und Ohrgeräusche sind ein Indiz hierfür. Und wenn Sie selbst schon bemerkt haben, dass Sie in fordernden Situation die Zähne im wahrsten Sinne des Wortes zusammen beißen, oder Ihr Partner Sie schon einmal auf nächtliches Zähneknirschen hingewiesen hat, sollte ein Besuch beim Zahnarzt Ihres Vertrauens nicht länger aufgeschoben werden, um langfristige Zahnschäden zu vermeiden.

Zähneknirschen und Zähnepressen: Teilen Sie sich mit

Der erste Schritt zu einer langfristigen Entlastung ist das Mitteilen. Sprechen Sie nicht nur mit Ihrem Arzt, sondern teilen Sie sich auch im Familien- und Freundeskreis mit. Da die Hauptursache für Bruxismus der Versuch eines Ausgleichs zu regelmäßigen Stressbelastungen ist, können Sie ihm mit erleichternden Gesprächen entgegen wirken. In besonders ausgeprägten Fällen kann neben zahnmedizinischen Maßnahmen und dem Austausch mit Vertrauenspersonen auch eine psychologische Betreuung von Vorteil sein, um den Ursachen der seelischen Überbelastung auf den Grund zu gehen. In jedem Fall schütz jedoch eine ausgleichende Beißschiene vor Folgeschäden.

Eine äquilibrierte Beißschiene schafft Erleichterung

Da die Ursachenforschung und die Bemühungen um deren Behebung ein langwieriges Unterfangen sind, sollten Sie sich eine spezielle Beißschiene anfertigen lassen, um Ihre Zähne und insbesondere den wertvollen Zahnschmelz zu schonen und Ihre Kiefergelenke zu entlasten. Diese Beißschiene wird nach individuellen Zahnabdrücken im zahntechnischen Labor angefertigt und anschließend in mehreren Schritten nach Ihren Bedürfnissen eingeschliffen. Die Kosten trägt dabei in aller Regel die Krankenkasse, wobei der zuständige Zahnarzt einen Antrag auf Kostenübernahme stellt. Somit ist die Behandlung mit einer Beißschienen weder mit Schmerzen, noch mit Kosten verbunden.

Zähneknirschen und Zähnepressen mit Entspannungsübungen ausgleichen

Neben dem Mitteilen und der Anfertigung einer Beißschiene schaffen Entspannungsübungen einen zusätzlichen Ausgleich zu Stress und daraus resultierenden Bruxismus-Erscheinungen. Folgende Übungen können Sie leicht zuhause oder auch am Arbeitsplatz ausprobieren:

  1. Massage der Kaumuskulatur: Um Ihren Kiefer zu entlasten können Sie die Kaumuskulatur massieren. Wenn Sie Ihre Finger seitlich der Mundwinkel und unterhalb der Wangenknochen platzieren und dann den Mund öffnen und schließen, spüren Sie, wie die Muskelstränge sich bewegen. Massieren Sie diese mit leichten, kreisförmigen Bewegungen und ohne zu großen Druck, bis Sie ein Gefühl der Entspannung verspüren.
  2. Die Zunge lockern: Um Ihre Zunge zu lockern gibt es einen einfachen Trick. Tasten Sie mit der Zunge Ihre Zahnreihe – von hinten nach vorne – und zählen Sie langsam Ihre Zähne. Wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals.
  3. Den Kiefer lockern: Zur Entspannung des Kiefers können Sie mit Ihren Zeigefingen die Kieferkuhle auf Höhe der Ohrläppchen ertasten. Beim Öffnen und Schließen des Mundes öffnet und schließt sich auch die Kuhle. Üben Sie leichten Druck darauf aus und bewegen Sie gleichzeitig den Kiefer nach links und rechts und oben und unter. Überbelastungen durch Zähneknirschen oder Zähnepressen wird dies in jedem Fall entgegen wirken.

Über diese einfachen Übungen hinaus, gibt es noch einige allgemeine Strategien mit denen Sie Stressbelastungen ausgleichen können:

  1. Ausreichend Schlaf: Um den Anforderungen des Alltags mit starken Neven entgegen treten zu können, ist ausreichend Schlaf von essentieller Bedeutung. Er stabilisiert das Nervenkostüm und beugt Ausgleichsbemühungen wie Zähneknirschen oder Zähnepressen vor.
  2. Eine gesunde Körperhaltung: Außerdem sollten Sie im Alltag darauf achten, dass sie im Sitzen und Stehen eine aufrechte und gesunde Körperhaltung einnehmen, um so zusätzliche Verspannungen zu vermeiden.
  3. Ausgleich schaffen: Um Stressbelastungen in Grenzen zu halten, sollten Sie sich selbst einen Ausgleich zu den Turbulenzen des Alltags schaffen. Regelmäßige Spaziergänge sind beispielweise ideal um den Kopf frei zu bekommen. Insbesondere die Bewegung an der frischen Luft wirkt wahre Wunder und ist für jeden Menschen unbedingt empfehlenswert.
  4. Ordnung und Struktur beugt Stress vor: Planen Sie Ihren Tag mit To-Do Listen und Zeitplänen, um Chaos oder Überforderung vorzubeugen. Wenn Ihr Alltag Sie weniger beansprucht, nehmen auch Bruxismus-Erscheinungen ab.

Finden Sie sich nicht mit Ihren Stress-Ausgleichsmechanismen ab, und sagen Sie dem Zähneknirschen den Kampf an. In der Praxis Dr. Mitterwald beraten wir Sie gerne persönlich zu Ihren Möglichkeiten, um Zahnschäden und Verspannungen effektiv und langfristig vorzubeugen. Mit einer angepassten Beißschiene und ausreichend Entspannung steht einem befreiten Lachen nichts mehr im Weg.

 

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